Ratgeber · Gastronomie

Restaurant-Website: Was wirklich draufgehört

Von Kevin Knabe · · aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Auf die Website eines Lokals gehören Öffnungszeiten, die Speisekarte als Text, echte Fotos, Kontakt mit Reservierungsweg und Anfahrt, eine handytaugliche Darstellung sowie Impressum und Datenschutzerklärung. Ihre Gäste schauen online nach, bevor sie kommen; finden sie das nicht in wenigen Sekunden – oft am Handy und unterwegs –, rufen sie nicht an, sondern gehen ins nächste Lokal. Diese Checkliste zeigt, was auf die Website eines Restaurants, einer Bar oder eines Cafés gehört, was Sie weglassen können und worauf Sie rechtlich achten sollten.

Die Checkliste in Kürze

Acht Punkte entscheiden, ob Gäste auf Ihrer Seite finden, was sie suchen.

BereichPrüffrage
Erster EindruckSind Küche, Ort, Öffnungszeiten, Telefon, Adresse und Speisekarte ohne Scrollen zu finden?
ÖffnungszeitenStimmen Ruhetage, Feiertage und Sonderzeiten – und sind sie überall gleich?
SpeisekarteSteht sie als Text auf der Seite, mit Endpreisen und Hinweisen zu Allergenen?
FotosSind es eigene, aktuelle Bilder statt Stockfotos?
Reservierung und KontaktKommt ein Gast mit einem Fingertipp zum Anruf oder zur Reservierung?
HandyIst die Seite am Handy gut lesbar und schnell?
Google-ProfilStimmen Website und Profil in Name, Adresse, Telefon und Zeiten überein?
RechtlichesSind Impressum und Datenschutzerklärung von jeder Seite aus erreichbar?

Was suchen Gäste in den ersten Sekunden?

Sie suchen, was für ein Lokal es ist, ob heute geöffnet ist, die Telefonnummer, Adresse und Anfahrt sowie die Speisekarte – und das ohne Scrollen.

Im Einzelnen sollte beim Öffnen Ihrer Seite klar sein:

  • Was für ein Lokal das ist – ein Satz zur Küche und zum Ort, dazu ein echtes Foto
  • Ob heute geöffnet ist und bis wann
  • Telefonnummer, die sich am Handy per Fingertipp anrufen lässt
  • Adresse und Anfahrt
  • Die Speisekarte

Alles andere kommt danach. Wer diese fünf Dinge sofort findet, bleibt auf der Seite – und kommt eher vorbei.

Wie halte ich Öffnungszeiten richtig aktuell?

Tragen Sie Ruhetage, Betriebsferien, Feiertage und abweichende Küchenzeiten ein und zeigen Sie auf Website, Google-Profil und Social Media dieselben Zeiten.

Veraltete Öffnungszeiten sind ein Klassiker: Der Gast steht vor verschlossener Tür und schreibt anschließend eine schlechte Bewertung. Im Einzelnen:

  • Ruhetage und Betriebsferien eintragen
  • Feiertage und Sonderzeiten (Weihnachten, Silvester, Muttertag) rechtzeitig ergänzen
  • Küchenzeiten getrennt von den Öffnungszeiten nennen, wenn sie abweichen
  • Auf Website, Google-Profil, Instagram und Facebook dieselben Zeiten zeigen

Praktisch ist, wenn Sie die Zeiten selbst in wenigen Minuten ändern können – ohne bei jemandem anrufen zu müssen. Sonst bleibt die Änderung liegen.

Speisekarte auf der Website: als Text oder als PDF?

Als normaler Text auf der Seite, gegliedert und mit Endpreisen; ein PDF darf es zusätzlich zum Herunterladen geben, aber nicht stattdessen.

Ein eingescanntes PDF oder ein Foto der Karte ist die häufigste Notlösung. Am Handy muss man zoomen und wischen, Suchmaschinen können den Inhalt schlecht lesen, und jede Preisänderung heißt: neu scannen, neu hochladen.

So sieht eine gute Online-Karte aus:

  • Gerichte mit kurzer Beschreibung und Preis, gegliedert nach Vorspeisen, Hauptgerichten, Desserts und Getränken
  • Vegetarische und vegane Gerichte kennzeichnen
  • Mittagstisch und Tageskarte getrennt und aktuell halten
  • Allergene und Zusatzstoffe angeben (mehr dazu im Abschnitt Rechtliches)
  • Ein PDF zum Ausdrucken oder Herunterladen darf es zusätzlich geben, aber nicht stattdessen

Wenn Sie Preise zeigen, dann als Endpreise inklusive Mehrwertsteuer.

Welche Fotos gehören auf die Website?

Eigene Bilder von Gerichten, Räumen und Team – bei Tageslicht aufgenommen, für das Internet verkleinert und nur mit den nötigen Rechten.

Gäste erkennen Stockfotos sofort – und wissen dann nicht, wie es bei Ihnen wirklich aussieht. Gute Fotos sind die beste Werbung, die eine Website hat.

  • Gerichte bei Tageslicht, nicht mit Blitz
  • Innenraum, Theke und Außenbereich
  • Sie und Ihr Team – ein Gesicht schafft Vertrauen
  • Bilder fürs Internet verkleinern, damit die Seite schnell lädt
  • Nur Bilder verwenden, die Sie selbst gemacht haben oder nutzen dürfen; Gäste nur mit Einwilligung zeigen

Wie gestalte ich Reservierung und Kontakt?

So einfach wie möglich: die Telefonnummer als Link, ein Reservierungsweg, den Sie im Alltag wirklich bearbeiten, und eine Adresse mit Hinweisen zu Parkplätzen und Anreise.

Wer reservieren will, sollte nicht suchen müssen. Entscheidend ist, dass jemand die Anfragen zuverlässig beantwortet – ein Formular, das niemand liest, ist schlimmer als keins.

  • Telefonnummer als Link, damit ein Tipp genügt
  • Reservierung per Formular, WhatsApp oder über ein Reservierungsportal – wählen Sie, was Sie im Alltag wirklich abarbeiten
  • Adresse mit Hinweisen zu Parkplätzen, Bus und Bahn und Barrierefreiheit
  • Karte nicht einfach von Google einbetten: Dabei werden beim Laden Daten an Google übertragen. Besser ein Link zur Karte oder eine Karte, die erst nach Klick lädt

Warum muss die Seite zuerst am Handy funktionieren?

Gäste suchen oft unterwegs und entscheiden spontan; deshalb braucht die Seite gut lesbare Schrift, große Knöpfe, kurze Ladezeit und eine Speisekarte ohne Zoomen.

Ein einfacher Test: Rufen Sie Ihre Seite am Handy im mobilen Netz auf und suchen Sie die Öffnungszeiten. Dauert es länger als ein paar Sekunden, verlieren Sie Gäste.

Wie werde ich gefunden – über Website oder Google-Profil?

Beides gehört zusammen: Das Google-Unternehmensprofil ist mindestens so wichtig wie die Website, und beide müssen dieselben Angaben zeigen.

Viele Gäste finden ein Lokal über Google Maps oder die Suche. Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen auf beiden identisch sein.

Verlinken Sie die Website im Profil, und nennen Sie auf der Seite Küche und Ort – zum Beispiel „Italienisches Restaurant in Karlsruhe“ im Titel und in der Überschrift. Eine Garantie für Platz 1 gibt es nicht. Aber ohne diese Grundlagen stehen Sie unnötig schlecht da.

Welche rechtlichen Pflichten gelten für die Website?

Nötig sind ein Impressum nach § 5 DDG und eine passende Datenschutzerklärung; je nach Funktionen kommen Einwilligungen, lokal geladene Schriften und Allergenangaben hinzu.

Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihren Anwalt oder Ihren Branchenverband, zum Beispiel den DEHOGA.

  • Impressum nach § 5 DDG mit Name, Anschrift, Kontaktmöglichkeit und gegebenenfalls Umsatzsteuer-ID – von jeder Seite aus erreichbar
  • Datenschutzerklärung, die zu dem passt, was Ihre Seite tatsächlich tut (Formulare, Karten, Statistik)
  • Einwilligungsbanner nur, wenn Sie Dienste einsetzen, die eine Einwilligung brauchen, etwa Karten, Videos oder Werbe-Pixel. Je weniger Fremddienste, desto weniger Banner
  • Schriften lokal von der eigenen Seite laden statt von Google-Servern – dazu gab es bereits Abmahnungen und Gerichtsentscheidungen
  • Allergene: Im Lokal müssen die 14 Hauptallergene schriftlich oder – mit gut sichtbarem Hinweis – mündlich genannt werden. Wer Speisen online bestellbar macht, muss die Angaben schon vor der Bestellung zeigen
  • Keine erfundenen Bewertungen, Auszeichnungen oder Referenzen – das ist wettbewerbswidrig und abmahnbar

Was kostet eine Restaurant-Website?

Der Preis hängt von Umfang, Funktionen, Inhalten, Design und laufenden Kosten ab; welchen Rahmen es gibt und was ihn bestimmt, erklärt der Ratgeber zu den Kosten.

Das bestimmt den Preis vor allem:

  • wie viele Seiten und Funktionen Sie brauchen (Speisekarte, Reservierung, Online-Bestellung, mehrere Sprachen)
  • ob Texte und Fotos schon da sind oder erst entstehen
  • ob das Design individuell zu Ihrem Lokal passt oder aus einem Baukasten kommt
  • was laufend anfällt: Domain, Hosting, Sicherheit, Updates
  • wer die Seite später pflegt

Stellen Sie jedem Anbieter vorab vier Fragen: Wem gehört die Domain? Kann ich die Seite mitnehmen, wenn ich wechsle? Was kostet es im zweiten Jahr? Kann ich Texte und Öffnungszeiten selbst ändern? Ohne klare Antworten sollten Sie nicht unterschreiben.

Häufige Fragen

Braucht ein kleines Lokal überhaupt eine eigene Website?

Google-Profil und Instagram helfen, aber nur eine eigene Website gehört Ihnen: Sie bestimmen Inhalt und Aussehen, sind nicht von den Regeln anderer Plattformen abhängig und haben eine feste Adresse, auf die Profile, Flyer und Speisekarten verweisen können. Für ein kleines Lokal reichen oft wenige Seiten.

Wie viele Seiten braucht eine Restaurant-Website?

Meist genügen eine übersichtliche Startseite, die Speisekarte und eine Seite mit Kontakt und Anfahrt – dazu Impressum und Datenschutz. Je nach Lokal kommen Events, Catering oder „Über uns“ dazu. Lieber wenig, aber vollständig und aktuell.

Wie oft muss ich die Seite aktualisieren?

Immer, wenn sich etwas ändert: Öffnungszeiten, Tageskarte, Preise, Aktionen. Das sollte ohne Fachwissen in wenigen Minuten gehen, sonst veraltet die Seite.

Reservierung auf der eigenen Seite oder über ein Portal?

Beides funktioniert. Ein Portal spart Aufwand beim Aufbau, ein Formular oder WhatsApp ist direkter und kommt ohne Fremdanbieter aus. Entscheidend ist, dass die Anfragen zuverlässig beantwortet werden.

Lassen Sie sich von uns beraten

Sie wissen nicht, wo Ihre Website heute steht oder womit Sie anfangen sollen? Erzählen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch von Ihrem Lokal – wir sagen Ihnen ehrlich, was fehlt, und helfen Ihnen, das Problem zu lösen.

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