Ratgeber · Gastronomie

Google-Unternehmensprofil für Restaurants: So richten Sie es richtig ein

Von Kevin Knabe · · aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Das Google-Unternehmensprofil (früher „Google My Business“) ist der kostenlose Eintrag Ihres Lokals in der Google-Suche und in Google Maps: Sie legen es an oder übernehmen es, tragen Grunddaten, Öffnungszeiten, Speisekarte und Fotos ein, lassen es von Google bestätigen und pflegen es danach regelmäßig. Für viele Gäste ist es der erste Eindruck von Ihrem Lokal – mit Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und dem Knopf „Route“. Hier lesen Sie, wie Sie das Profil einrichten, was hineingehört und welche Fehler Sie vermeiden.

Was ist das Profil – und warum ist es für Lokale so wichtig?

Das Profil ist Ihr kostenloser Eintrag in Google-Suche und Maps; Gäste können dort ohne Ihre Website anrufen, die Route starten, Fotos ansehen und Bewertungen lesen.

Er erscheint, wenn jemand Ihren Namen sucht oder nach einer Art Lokal in der Nähe.

Für die Reihenfolge der lokalen Treffer nennt Google drei Faktoren: Relevanz (passt Ihr Eintrag zur Suche?), Entfernung (wie nah ist das Lokal?) und Bekanntheit (wie bekannt ist es, zum Beispiel durch Bewertungen?). Die Entfernung können Sie nicht ändern. Bei Relevanz und Bekanntheit helfen ein vollständiges, gepflegtes Profil und gute Bewertungen. Eine Garantie für einen bestimmten Platz gibt es nicht.

Die acht Schritte auf einen Blick

Eintrag suchen oder anlegen, Grunddaten, Verifizierung, Öffnungszeiten, Speisekarte und Reservierung, Fotos, Beschreibung und Bewertungen – in dieser Reihenfolge.

SchrittDas tun SieWorauf es ankommt
1 · EintragPrüfen, ob es Ihr Lokal schon gibt, und den Eintrag übernehmen oder neu anlegenKeinen zweiten Eintrag anlegen; ein Konto nutzen, das dem Betrieb gehört
2 · GrunddatenName, Kategorie, Adresse, Telefon und Website eintragenGenau wie im Impressum, keine Schlagwörter im Namen
3 · VerifizierenVon Google bestätigen lassen, dass das Lokal Ihnen gehörtJe nach Fall Postkarte, Anruf, SMS, E-Mail oder Video; ein paar Tage einplanen
4 · ÖffnungszeitenRegelzeiten, Feiertage und Besonderheiten pflegenFeiertage vorab anlegen, Betriebsferien als geschlossen markieren
5 · Speisekarte und ReservierungLinks auf Karte und Reservierung setzenKarte als Text auf der Website, nicht als Foto oder altes PDF
6 · FotosLogo, Außenansicht, Innenraum, Gerichte und Team zeigenEchte Bilder bei Tageslicht, regelmäßig ergänzen
7 · Beschreibung und BeiträgeKüche, Ort und Besonderheiten in den ersten Sätzen nennenKeine Links, Preise oder Superlative
8 · BewertungenUm Bewertungen bitten und darauf antwortenAlle Gäste fragen, keine Gegenleistung, Kritik sachlich beantworten

Schritt 1: Wie finde ich meinen Eintrag oder lege ihn neu an?

Suchen Sie Ihr Lokal zuerst in Google und Maps; gibt es den Eintrag schon, übernehmen Sie ihn als Inhaber, sonst legen Sie ihn über google.com/business neu an.

Google legt Einträge oft selbst an – auch für frühere Betreiber derselben Adresse. Prüfen Sie deshalb vorher, ob Ihr Lokal schon bei Google steht.

  • Suchen Sie in Google und Maps nach Name und Ort Ihres Lokals
  • Gibt es den Eintrag schon, übernehmen Sie ihn als Inhaber („Dieses Unternehmen verwalten“ beziehungsweise „Inhaber dieses Unternehmens?“), statt einen zweiten anzulegen. Doppelte Einträge verwirren Gäste und Google
  • Gibt es keinen, legen Sie das Profil über google.com/business neu an
  • Nutzen Sie ein Google-Konto, das dem Betrieb gehört und dauerhaft bleibt – nicht das private Konto einer einzelnen Aushilfe. Schreiben Sie den Zugang auf
  • Weitere Personen, etwa Ihren Steuerberater oder eine Agentur, laden Sie über die Rollenverwaltung des Profils ein. Geben Sie Ihr Passwort nicht weiter

Schritt 2: Welche Grunddaten trage ich ein?

Name, Hauptkategorie, Adresse, Telefonnummer und Website müssen genau mit Ihrer Website und Ihrem Impressum übereinstimmen.

Hier entscheidet sich, ob Google Ihr Lokal richtig versteht – bis zur Schreibweise der Straße.

  • Name: so, wie er auf Ihrem Schild steht. Zusätze wie „Bestes Sushi Karlsruhe“ verstoßen gegen die Richtlinien und können zur Sperrung des Profils führen
  • Hauptkategorie: so konkret wie möglich, zum Beispiel „Italienisches Restaurant“, „Café“, „Bar“ oder „Imbiss“. Sie hat das meiste Gewicht. Dazu wenige weitere Kategorien, die wirklich zutreffen
  • Adresse: öffentlich sichtbar, denn Ihre Gäste kommen zu Ihnen
  • Telefonnummer: die Nummer, unter der Sie zu den Öffnungszeiten wirklich erreichbar sind
  • Website: die Startseite oder – wenn Sie lieber direkt zum Wichtigsten führen – eine Seite mit Speisekarte und Öffnungszeiten

Schritt 3: Wie verifiziere ich das Profil?

Google bestätigt per Postkarte, Anruf, SMS, E-Mail oder Video, dass das Lokal Ihnen gehört; ohne Bestätigung bleibt das Profil eingeschränkt.

Welche Wege angeboten werden, entscheidet Google – je nach Fall schickt es einen Code oder verlangt ein kurzes Video, das Ihr Lokal von außen und innen zeigt.

Planen Sie ein paar Tage ein, vor allem bei der Postkarte. Machen Sie in dieser Zeit schon alles andere fertig.

Schritt 4: Wie pflege ich Öffnungszeiten und Feiertage?

Tragen Sie Regelzeiten und Ruhetage komplett ein, legen Sie Feiertage rechtzeitig im Voraus an und markieren Sie Betriebsferien als „vorübergehend geschlossen“.

Falsche Zeiten sind der schnellste Weg zu einer schlechten Bewertung. Im Einzelnen:

  • Regelzeiten komplett eintragen, Ruhetage als geschlossen markieren
  • Sonderöffnungszeiten für Feiertage, Weihnachten und Silvester rechtzeitig im Voraus anlegen
  • Bei Betriebsferien oder Umbau das Lokal als „vorübergehend geschlossen“ markieren, statt die alten Zeiten stehen zu lassen
  • Für Küche, Lieferung, Abholung, Brunch oder Happy Hour bietet Google, je nach Kategorie, eigene Zeitfelder – nutzen Sie die, die zu Ihnen passen
  • Merkmale wie Außenbereich, rollstuhlgerechter Eingang, Zahlungsarten (zum Beispiel „nur Barzahlung“), Hunde erlaubt oder vegetarische Gerichte ankreuzen

Schritt 5: Wie verlinke ich Speisekarte und Reservierung?

Verlinken Sie die Speisekarte auf eine Seite Ihrer Website, auf der sie als Text steht, und tragen Sie nur ein, was es bei Ihnen wirklich gibt.

Gäste wollen vor dem Besuch wissen, was es gibt und ob ein Tisch frei ist. Je nach Kategorie bietet Google Felder für Speisekarte, Reservierung und Bestellung.

  • Speisekarte: verlinken Sie auf eine Seite Ihrer Website, auf der die Karte als Text steht, nicht auf ein Foto oder ein altes PDF
  • Reservierung: der Link zu Ihrem Formular oder Reservierungsportal – oder lassen Sie das Feld leer und setzen Sie auf die Telefonnummer, wenn Sie nur telefonisch reservieren lassen
  • Bestellung und Lieferung: nur eintragen, wenn Sie das tatsächlich anbieten

Schritt 6: Welche Fotos gehören ins Profil?

Zeigen Sie echte Bilder: Logo, Titelbild, Außenansicht mit Eingang, Innenraum, Gerichte bei Tageslicht und Ihr Team – als JPG oder PNG mit mindestens 720 × 720 Pixeln.

Gäste klicken sich zuerst durch die Fotos. Zeigen Sie echte Bilder Ihres Lokals, keine Stockfotos.

  • Logo und ein Titelbild, das Ihr Lokal gut zeigt
  • Außenansicht samt Eingang, damit Gäste Sie finden
  • Innenraum, Theke und Außenbereich
  • Gerichte und Getränke bei Tageslicht, nicht mit Blitz
  • Ihr Team
  • Neue Fotos regelmäßig ergänzen, zum Beispiel zu saisonalen Gerichten

Gäste dürfen ebenfalls Fotos hochladen. Schauen Sie ab und zu nach, was dort zu Ihrem Lokal zu sehen ist. Laden Sie selbst nur Bilder hoch, an denen Sie die Rechte haben. Sind Personen erkennbar, brauchen Sie deren Einwilligung.

Schritt 7: Was schreibe ich in Beschreibung und Beiträge?

Nennen Sie in den ersten Sätzen Küche, Ort und Besonderheiten, ohne Links, Preise oder Superlative, und posten Sie lieber ein bis zwei stimmige Beiträge im Monat als viele ungepflegte.

Die Beschreibung (bis zu 750 Zeichen) sagt, was Ihr Lokal ausmacht: Art der Küche, Stadtteil oder Ort, Besonderheiten wie Terrasse, Mittagstisch oder Familienbetrieb.

  • Keine Links und keine Preise in der Beschreibung – Telefonnummer und Website haben eigene Felder
  • Keine Superlative wie „bestes Restaurant der Stadt“ oder „Nr. 1“
  • Beiträge im Profil (Neuigkeiten, Angebote, Veranstaltungen) eignen sich für Mittagsmenü, Events und Saisonkarte
  • Lieber ein bis zwei Beiträge im Monat, die stimmen, als viele, die niemand pflegt. Ein Beitrag, der Monate alt ist, wirkt veraltet

Schritt 8: Wie bekomme und beantworte ich Bewertungen?

Bitten Sie alle Gäste um eine Bewertung, bieten Sie keine Gegenleistung an und antworten Sie freundlich, sachlich und kurz – vor allem auf Kritik.

Für Gäste sind Bewertungen oft das stärkste Argument – und für Google ein Zeichen für Bekanntheit.

  • Bitten Sie Gäste um eine Bewertung: mündlich, auf der Rechnungsmappe oder mit einem QR-Code am Tisch. Den Link dazu finden Sie in Ihrem Profil
  • Fragen Sie alle Gäste, nicht nur die zufriedenen. Google lehnt es ab, nur ausgewählte Gäste zu fragen
  • Bieten Sie keine Gegenleistung an (Rabatt, Freigetränk) und kaufen oder schreiben Sie keine Bewertungen selbst. Das verstößt gegen die Richtlinien von Google und kann auch wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden
  • Antworten Sie auf Bewertungen, vor allem auf kritische, möglichst innerhalb weniger Tage – freundlich, sachlich und kurz
  • Nennen Sie in Antworten keine Details zum Gast, etwa Reservierungsdaten oder was bestellt wurde
  • Offensichtlich falsche oder beleidigende Bewertungen melden Sie bei Google, statt selbst zurückzuschlagen

Eine Antwort auf Kritik kann so aussehen: „Danke für Ihre Rückmeldung. Das tut uns leid – so soll ein Abend bei uns nicht laufen. Bitte melden Sie sich unter [Telefon oder E-Mail], damit wir das klären.“ Die Antwort liest nicht nur der Verfasser, sondern jeder künftige Gast.

Welche Fehler machen Lokale mit dem Profil am häufigsten?

Am häufigsten sind doppelte oder veraltete Einträge, falsche Öffnungszeiten, Schlagwörter im Namen, fehlende Fotos und unbeantwortete Bewertungen.

Diese Stolpersteine sind bei Lokalen besonders häufig:

  • Doppelte oder veraltete Einträge, zum Beispiel vom früheren Betreiber
  • Öffnungszeiten, die nicht mehr stimmen oder sich von der Website unterscheiden
  • Schlagwörter im Namen
  • Keine oder sehr alte Fotos
  • Bewertungen, auf die nie jemand antwortet
  • Ein Link zur Speisekarte, der ins Leere führt oder auf ein Foto zeigt
  • Das Profil läuft über das private Konto einer einzigen Person – verlässt sie den Betrieb, ist der Zugang weg

Wie hängen Profil und Website zusammen?

Das Profil bringt Gäste von der Karte zu Ihnen, die Website beantwortet die Fragen dahinter – beide müssen dieselben Angaben zeigen.

Ändern Sie Öffnungszeiten deshalb immer an beiden Stellen. Was auf die Website gehört, steht in unserer Checkliste „Restaurant-Website“.

Möchten Sie Ihre Bewertungen auch auf der Website zeigen, schreiben Sie sie nicht ab und stellen sie nicht als eigene Zitate dar. Verlinken Sie einfach auf Ihr Profil. Eine eingebettete Google-Karte darf nur nach Einwilligung laden – der Link zum Profil ist die einfachere Lösung.

Häufige Fragen

Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?

Nein, Anlegen und Pflegen sind kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn Sie zusätzlich bezahlte Google-Anzeigen schalten – das ist freiwillig und für den Eintrag nicht nötig.

Wie lange dauert es, bis das Profil sichtbar ist?

Das hängt von Google ab. Nach der Verifizierung ist der Eintrag meist nach kurzer Zeit sichtbar, bei der Postkarte kann die Bestätigung einige Tage dauern. Auch spätere Änderungen erscheinen nicht immer sofort.

Es gibt schon einen Eintrag, den wir nicht angelegt haben. Was tun?

Suchen Sie Ihr Lokal in Google Maps und übernehmen Sie den Eintrag über „Inhaber dieses Unternehmens?“ beziehungsweise „Dieses Unternehmen verwalten“. Ist der Eintrag schon einem anderen Konto zugeordnet, etwa dem früheren Betreiber, können Sie bei Google die Inhaberschaft anfragen. Legen Sie keinen zweiten Eintrag an.

Kann ich schlechte Bewertungen löschen lassen?

Nur wenn sie gegen die Richtlinien von Google verstoßen, etwa Beleidigungen, Spam oder Bewertungen von Personen, die nie bei Ihnen waren. Diese melden Sie bei Google. Ehrliche, aber kritische Bewertungen bleiben stehen – hier hilft eine sachliche Antwort.

Brauche ich das Profil, wenn ich schon eine Website habe?

Ja. Viele Gäste sehen zuerst den Karteneintrag und erst danach die Website – oder gar nicht. Beides gehört zusammen: das Profil zum Finden, die Website für alles, was dahintersteht.

Lassen Sie sich von uns beraten

Ihr Profil ist unvollständig, doppelt vorhanden oder Sie kommen nicht weiter? Erzählen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch, wo es hakt – wir helfen Ihnen, das Problem zu lösen.

Mehr dazu: Restaurant-Website erstellen lassen · Fotos und Videos für Gastronomie