Ratgeber · Gastronomie

Echte Fotos fürs Restaurant: So gelingen sie auch mit dem Handy

Von Kevin Knabe · · aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit

Gute Restaurant-Fotos gelingen auch mit dem Handy: Tageslicht, ein ruhiger Hintergrund und echte Gerichte in echter Portion zählen mehr als teure Technik. Gäste essen mit den Augen, und viele entscheiden schon am Bildschirm, ob sie kommen – Stockfotos und unscharfe Handybilder kosten dabei Vertrauen. Hier lesen Sie, worauf es ankommt, was Sie fotografieren sollten, was rechtlich zu beachten ist und wann sich ein Profi lohnt.

Warum sind echte Fotos besser als Stockfotos?

Gäste erkennen Stockfotos sofort und erfahren dort nicht, wie es bei Ihnen aussieht; echte Bilder zeigen Ihre Teller, Ihren Raum und Ihre Menschen.

Echte Bilder sind das, was Ihr Lokal von allen anderen unterscheidet.

Es gibt noch einen zweiten Grund: Wer Gerichte zeigt, die es so nicht gibt, täuscht seine Gäste. Das ist irreführend und kann abgemahnt werden. Ihre Bilder sollen appetitlich sein – aber ehrlich zeigen, was der Gast wirklich bekommt.

Welche Motive brauche ich?

Fast jedes Lokal braucht Außenansicht, Innenraum, gedeckten Tisch, Außenbereich, die wichtigsten Gerichte, Getränke, Handwerk in Aktion, das Team und die Stimmung am Abend.

Diese Motive nutzen Sie für Website, Google-Profil und Instagram:

  • Außenansicht mit Eingang und Schild, damit Gäste Sie finden
  • Innenraum als Gesamtansicht, dazu Theke und besondere Ecken
  • Ein gedeckter Tisch
  • Terrasse oder Außenbereich
  • Ihre wichtigsten Gerichte – die, für die Gäste kommen
  • Getränke, Cocktails und Desserts
  • Handwerk in Aktion: der Koch am Herd, die Barista an der Maschine
  • Sie und Ihr Team
  • Die Stimmung am Abend, zum Beispiel bei Kerzenlicht

Wie wichtig ist das Licht?

Wichtiger als die Kamera: Tageslicht von der Seite, kein Blitz und kein gelbes Kunstlicht machen aus einem Handyfoto ein gutes Foto.

Ein gutes Foto entsteht vor allem durch Licht – und das kostet nichts:

  • Nutzen Sie Tageslicht. Stellen Sie den Teller an ein Fenster, sodass das Licht von der Seite kommt – nicht von hinten und nicht als harte Mittagssonne
  • Ein bewölkter Himmel liefert weiches, gleichmäßiges Licht und ist ideal
  • Verzichten Sie auf den Blitz. Er macht Gerichte flach und glänzend
  • Warmes Kunstlicht färbt Bilder gelb. Fotografieren Sie, wenn es geht, bei Tageslicht und schalten Sie gelbe Lampen in der Nähe aus
  • Fotografieren Sie, wenn noch wenig los ist, etwa am Vormittag. Dann haben Sie Ruhe und Platz
  • Für Abendstimmung: Handy abstützen oder auf ein Stativ stellen, damit nichts verwackelt

Wie fotografiere ich Gerichte appetitlich?

Fotografieren Sie das Gericht sofort nach dem Anrichten, sauber angerichtet, bei Tageslicht und in der echten Portion – flache Gerichte von oben, hohe von der Seite.

Ein Gericht hält nur ein paar Minuten, bevor es nicht mehr frisch aussieht. Machen Sie sich deshalb vorher bereit.

  • Teller sauber anrichten: Rand abwischen, Soße nicht verlaufen lassen, Kräuter frisch
  • Flache Gerichte wie Pizza oder Bowls von oben fotografieren, hohe wie Burger, Torte oder Cocktail von der Seite auf Augenhöhe. Die meisten Teller wirken schräg von oben am besten
  • Ruhiger Hintergrund: ein einfacher Tisch, wenige Gegenstände, Besteck und Gläser nur dezent
  • Gehen Sie nah heran und lassen Sie die Hauptzutat im Mittelpunkt stehen. Nutzen Sie dafür nicht den Zoom des Handys – gehen Sie lieber näher hin
  • Zeigen Sie die echte Portion, nicht eine kleinere, hübschere
  • Nehmen Sie beides auf: Querformat für die Website, Hochformat für Instagram und Stories

Zwei Handgriffe, die viele vergessen: die Linse mit einem weichen Tuch abwischen (Fingerabdrücke machen Bilder milchig) und in den Kameraeinstellungen das Raster einschalten, damit Linien gerade werden. Mit einem Fingertipp auf den Teller stellen Sie Schärfe und Helligkeit ein.

Wie fotografiere ich Räume und Menschen?

Räumen Sie vor jedem Raumfoto auf und fotografieren Sie Menschen bei der Arbeit statt in gestellten Reihen.

Vor jedem Raumfoto gilt: Aufräumen. Tische eindecken, Fenster putzen, Putzzeug und Kabel weg, Licht an. Fotografieren Sie auf Hüft- bis Augenhöhe, halten Sie das Handy gerade und stellen Sie sich in eine Ecke, um möglichst viel vom Raum zu zeigen.

Bei Menschen wirkt es am besten natürlich: bei der Arbeit, im Gespräch, lachend. Gestellte Gruppenfotos in Reihe sehen oft steif aus.

Welcher Blickwinkel passt zu welchem Motiv?

Der passende Blickwinkel hängt vom Motiv ab – hier die wichtigsten Faustregeln auf einen Blick.

MotivSo gelingt es
Flache Gerichte (Pizza, Bowl)Von oben, bei Tageslicht, Tellerrand sauber
Hohe Gerichte (Burger, Torte, Cocktail)Von der Seite auf Augenhöhe
InnenraumAufräumen, Handy gerade halten, auf Hüft- bis Augenhöhe, aus einer Ecke fotografieren
AußenansichtMit Eingang und Schild, damit Gäste Sie finden
TeamNatürlich bei der Arbeit, im Gespräch oder lachend – statt in gestellten Gruppenfotos
AbendstimmungHandy abstützen oder auf ein Stativ stellen, damit nichts verwackelt

Wie viel darf ich Fotos bearbeiten?

Kleine Korrekturen wie Helligkeit, Farbton und Ausschnitt sind in Ordnung; starke Filter nicht, denn die Gerichte müssen aussehen wie auf dem Teller.

  • Erlaubt sind kleine Korrekturen: Helligkeit, Farbton, ein gerader Ausschnitt
  • Vermeiden Sie starke Filter. Die Gerichte müssen auf dem Foto so aussehen wie auf dem Teller
  • Bilder für die Website verkleinern, sonst lädt die Seite langsam
  • Jedes Bild auf der Website bekommt eine kurze Beschreibung (Alt-Text) – für Sehbehinderte und Suchmaschinen

Welche Bildrechte muss ich beachten?

Eigene Fotos gehören Ihnen; bei Fotografen, fremden Bildern und erkennbaren Personen brauchen Sie Nutzungsrechte oder eine Einwilligung.

Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

  • Eigene Fotos gehören Ihnen. Beauftragen Sie einen Fotografen, bleibt er Urheber, Sie erhalten Nutzungsrechte. Halten Sie schriftlich fest, wo, wie lange und wofür Sie die Bilder nutzen dürfen (Website, Druck, Social Media)
  • Nehmen Sie keine Bilder aus Google, Pinterest oder von Mitbewerbern. Das kann teuer abgemahnt werden
  • Menschen: Sind Personen erkennbar, brauchen Sie ihre Einwilligung. Bei Mitarbeitern am besten schriftlich. Bei Kindern fragen Sie die Eltern
  • Gäste nicht erkennbar fotografieren, solange sie nicht zugestimmt haben. Ein allgemeiner Aushang ersetzt die Einwilligung in der Regel nicht
  • Mit KI erzeugte Bilder von Gerichten sind keine Fotos Ihrer Gerichte. Als Darstellung dessen, was Gäste bekommen, sind sie irreführend

Wann lohnt sich ein Profi?

Ein Profi lohnt sich, wenn Ihre Bilder lange im Einsatz bleiben – etwa als Hauptbilder der Website, für Speisekarten und Werbung – oder wenn Ihre Fotos nicht so wirken wie Ihr Lokal.

Für den Anfang reicht das Handy. Ein Profi bringt Erfahrung mit Licht und Anrichten mit und sorgt für einen einheitlichen Look.

Achten Sie bei der Auswahl auf Beispiele aus der Gastronomie, klar geregelte Nutzungsrechte im Angebot und einen Termin außerhalb der Stoßzeiten.

Welche Fehler passieren bei Restaurant-Fotos am häufigsten?

Am häufigsten sind Blitz, gelbes Deckenlicht, Stockfotos, unscharfe Aufnahmen und unaufgeräumte Hintergründe.

  • Blitz und gelbes Deckenlicht
  • Stockfotos oder Bilder aus dem Internet
  • Dunkle, verwackelte oder unscharfe Aufnahmen
  • Fettige Linse und Fingerabdrücke auf dem Teller
  • Unordentlicher Hintergrund
  • Bilder, die zur Karte von vor drei Jahren gehören
  • Starke Filter, die Farben verfälschen
  • Riesige Bilddateien, die die Seite ausbremsen

Häufige Fragen

Reicht ein Smartphone für Restaurant-Fotos?

Für den Anfang ja. Moderne Handykameras genügen für Website und Social Media, wenn Licht und Motiv stimmen. Für wichtige Bilder, die lange im Einsatz bleiben, kann sich ein Profi lohnen.

Wie oft sollte ich neue Fotos machen?

Immer wenn sich Karte, Räume oder Team deutlich ändern, und bei saisonalen Gerichten. Prüfen Sie mindestens einmal im Jahr, ob Ihre Bilder noch zum Lokal passen.

Darf ich Fotos von Gästen veröffentlichen?

Nur mit Einwilligung, wenn die Personen erkennbar sind. Fragen Sie nach, am besten schriftlich oder mit einer Nachricht, die Sie aufbewahren.

Was kostet ein Fotograf für Restaurantfotos?

Das hängt von Umfang, Dauer, Bearbeitung und Nutzungsrechten ab. Lassen Sie sich vorab ein Festpreis-Angebot geben, in dem die Nutzungsrechte klar stehen.

Lassen Sie sich von uns beraten

Sie wissen nicht, ob Handybilder für Ihr Lokal reichen oder ob sich ein Profi lohnt? Erzählen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch von Ihrem Lokal – wir sagen Ihnen ehrlich, was für Sie sinnvoll ist, und helfen Ihnen, das Problem zu lösen.

Mehr dazu: Fotos und Videos für Gastronomie · Social Media für Gastronomie