Ratgeber · Gastronomie

Social Media für Restaurants: So starten Sie ohne Stress

Von Kevin Knabe · · aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit

Für den Start genügen ein bis zwei Kanäle, ein bis zwei Beiträge pro Woche und echte Bilder aus Ihrem Alltag; wichtiger als die Menge ist ein verlässlicher Rhythmus. Social Media erinnert Stammgäste an Sie und macht neue Gäste neugierig, doch im Alltag fehlt dafür oft die Zeit. Hier lesen Sie, welcher Kanal zu Ihrem Lokal passt, was Sie posten, worauf Sie rechtlich achten sollten und woran Sie merken, ob es sich lohnt.

Was sollte vor Social Media stehen?

Zuerst sollten ein aktuelles Google-Unternehmensprofil, eine Website mit Speisekarte und Kontakt und echte Fotos stehen; Social Media ergänzt das, ersetzt es aber nicht.

Wer Sie bei Instagram oder Facebook entdeckt, schaut danach fast immer weiter: Öffnungszeiten, Speisekarte, Adresse, Bewertungen. Damit dort alles stimmt, müssen diese Grundlagen sitzen.

Ein schöner Beitrag, der auf veraltete Öffnungszeiten trifft, bringt keinen Gast an den Tisch.

Welcher Kanal passt zu meinem Lokal?

Für die meisten Restaurants, Cafés und Bars ist Instagram die erste Wahl, Facebook passt bei vielen Stamm- und älteren Gästen; starten Sie mit einem oder zwei Kanälen, die Sie regelmäßig bespielen.

Lieber ein Kanal, den Sie regelmäßig bespielen, als vier, die nach drei Wochen einschlafen. So unterscheiden sich die wichtigsten:

KanalStärkePasst besonders, wenn …
InstagramBilder, Reels und StoriesIhre Gerichte, Räume und Atmosphäre gut aussehen – meist die erste Wahl für Restaurants, Cafés und Bars
FacebookVeranstaltungen, Aktionen und Neuigkeitenviele Stammgäste und ältere Gäste zu Ihnen kommen
TikTokKurze Videos, überwiegend jüngeres PublikumSie gern filmen und etwas Besonderes zeigen können, etwa die Zubereitung am Tisch; braucht mehr Aufwand
WhatsApp (Status oder Kanal)Direkter Draht zu Stammgästen, zum Beispiel für das TagesgerichtGäste dem ausdrücklich zugestimmt haben

Fragen Sie sich: Wo sind meine Gäste, und wo schaffe ich es, regelmäßig etwas zu zeigen? Beides zusammen entscheidet.

Was kann ich als Restaurant posten?

Zeigen Sie, was Gäste bei Ihnen erleben: Tagesgericht, neue Karte, Blick hinter die Kulissen, Team, Veranstaltungen und wichtige Infos wie geänderte Öffnungszeiten.

Diese Themen passen zu fast jedem Lokal:

  • Tagesgericht, Mittagstisch oder Gericht der Woche
  • Neue Karte, Saisongerichte, Aktionen
  • Blick hinter die Kulissen: Küche, Einkauf, Vorbereitung
  • Ihr Team: Wer kocht, wer bedient, seit wann dabei (mit Einverständnis)
  • Veranstaltungen: Brunch, Live-Musik, Themenabende, Feiertagsmenüs
  • Geschichten zu Zutaten und Lieferanten, zum Beispiel aus der Region
  • Wichtige Infos: geänderte Öffnungszeiten, Betriebsferien, Feiertage
  • Gäste und ihre Momente – nur mit Einwilligung

Faustregel: Zeigen Sie mehr, als Sie anpreisen. Ein Beitrag, der nur aus „Heute bei uns!“ und einem Preis besteht, bleibt kaum hängen. Ein gutes Bild mit einem Satz Geschichte schon eher.

Wie oft sollte ich posten?

Für den Anfang genügen ein bis zwei Beiträge pro Woche, dazu ab und zu Stories; Regelmäßigkeit schlägt Menge.

Rechnen Sie mit etwa ein bis zwei Stunden pro Woche. Ein fester Rhythmus hilft:

  • Sammeln Sie an einem ruhigen Tag Fotos und kurze Videos der Woche und bereiten Sie die Beiträge vor
  • Legen Sie zwei feste Wochentage zum Veröffentlichen fest, zum Beispiel einen für das Tagesgericht oder die Wochenaktion und einen für die Wochenendstimmung
  • Planen Sie Anlässe früh ein: Feiertage, Muttertag, Weihnachtsmenü, Betriebsferien
  • Beiträge lassen sich in der Regel im Voraus planen, bei Instagram und Facebook über die Business-Funktionen der Apps

Die besten Zeiten zeigt Ihnen die Statistik Ihres Profils, sobald es ein Business- oder Creator-Konto ist. Als Ausgangspunkt eignen sich die Stunden vor Mittag- und Abendessen, wenn Menschen überlegen, wo sie essen.

Wie schreibe und gestalte ich gute Beiträge?

Sagen Sie in der ersten Zeile, worum es geht, schreiben Sie ein bis drei Sätze mit einem klaren nächsten Schritt und nutzen Sie echte Fotos oder Videos in gutem Licht.

  • Die erste Zeile entscheidet: Sagen Sie sofort, worum es geht, zum Beispiel „Heute frisch: …“
  • Kurz und konkret: Was, wann, wo. Ein bis drei Sätze reichen
  • Ein klarer nächster Schritt: Tisch reservieren, vorbeikommen, anrufen – und sagen Sie, wie
  • Ortsbezug: Nennen Sie Ihren Ort oder Stadtteil und setzen Sie den Standort
  • Wenige Hashtags (drei bis fünf), die zu Ort und Gericht passen, statt langer Listen
  • Echte Fotos und Videos in gutem Licht, für Stories und Reels im Hochformat
  • Einheitlicher Look: ähnliche Bildstimmung, gleiches Logo, gleiche Schrift in Grafiken
  • Untertitel bei Videos, denn viele schauen ohne Ton

Wie gehe ich mit Kommentaren und Kritik um?

Beantworten Sie Kommentare und Nachrichten möglichst am selben Tag – bei Kritik freundlich, sachlich und ohne sich zu rechtfertigen.

Gäste fragen oft nach Reservierung, Öffnungszeiten oder Allergenen. Bei Allergien und Unverträglichkeiten raten Sie nicht per Nachricht, sondern verweisen Sie an Ihr Team vor Ort oder an die schriftlichen Angaben.

Bei Kritik: freundlich und sachlich bleiben, nicht rechtfertigen, ein persönliches Gespräch anbieten. Löschen Sie nur Kommentare, die beleidigend oder rechtswidrig sind – nicht einfach kritische.

Welche rechtlichen Regeln gelten auf Social Media?

Ein geschäftlich genutztes Profil braucht ein Impressum, Bilder und Musik brauchen die nötigen Rechte, erkennbare Personen müssen eingewilligt haben und Werbung muss als Werbung erkennbar sein.

Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung.

  • Impressum: Ein geschäftlich genutztes Profil braucht eine Anbieterkennzeichnung. Tragen Sie im Profil oder im Info-Bereich den Link zum Impressum Ihrer Website ein
  • Datenschutz: Verweisen Sie auf Ihre Datenschutzerklärung und nehmen Sie Ihre Social-Media-Profile dort auf
  • Bilder und Videos: Nutzen Sie nur eigene Aufnahmen oder solche, für die Sie die Rechte haben. Erkennbare Personen müssen eingewilligt haben
  • Musik: In Videos darf nicht jedes Lied laufen. Geschäftskonten dürfen oft nur Musik aus der freigegebenen Bibliothek der Plattform nutzen
  • Preise: Nennen Sie Preise, dann als Endpreise inklusive Mehrwertsteuer, und Angaben zu Aktionen müssen stimmen
  • Gewinnspiele: Klare Teilnahmebedingungen, Datenschutz beachten, Regeln der Plattform einhalten
  • Werbung kennzeichnen: Wenn Sie Influencer bezahlen oder ihnen Essen schenken, muss der Beitrag als Werbung erkennbar sein
  • Keine gekauften Follower, Likes oder Bewertungen. Sie verstoßen gegen die Plattformregeln und können abgemahnt werden

Soll ich Social Media selbst machen oder abgeben?

Beides geht: Entscheidend ist, dass das Profil Ihnen gehört und schriftlich geregelt ist, wer was postet und freigibt.

Viele Wirte starten selbst, weil niemand das Lokal besser kennt. Wenn die Zeit knapp ist, kann es sich lohnen, Teile abzugeben – an ein Teammitglied, das gern fotografiert, oder an einen Dienstleister. Egal, wer es macht:

  • Das Profil gehört Ihnen: Legen Sie es mit einer Firmen-E-Mail-Adresse an, die Sie kontrollieren, und tragen Sie sich als Administrator ein
  • Klären Sie schriftlich, wer was postet, wie oft und wer Beiträge vorher freigibt
  • Geben Sie keine Passwörter weiter, sondern nutzen Sie die Rollen und Berechtigungen der Plattform
  • Wer das Team oder den Auftrag verlässt, verliert sofort den Zugriff

Woran merke ich, ob Social Media wirkt?

Achten Sie auf Profilbesuche, Klicks auf Website, Anruf und Route, gespeicherte Beiträge und Anfragen – nicht auf Likes.

Schauen Sie auf Zahlen, die mit Gästen zu tun haben:

  • Profilbesuche und Klicks auf Website, Anruf oder Route
  • Gespeicherte und geteilte Beiträge – sie zeigen, was Gäste wirklich interessiert
  • Anfragen und Reservierungen, die auf Social Media zurückgehen
  • Fragen Sie neue Gäste: „Wie haben Sie von uns erfahren?“

Schauen Sie einmal im Monat in die Statistik. Streichen Sie, was nicht ankommt, und machen Sie mehr von dem, was gut läuft.

Welche Fehler machen Lokale auf Social Media am häufigsten?

Am häufigsten sind zu viele Kanäle auf einmal, lange Pausen, nur Werbung ohne Einblicke und veraltete Angaben im Profil.

  • Zu viele Kanäle auf einmal, die dann einschlafen
  • Wochenlang nichts, danach drei Beiträge am Tag
  • Nur Werbung, keine Einblicke
  • Dunkle, unscharfe oder Stockfotos
  • Veraltete Angaben im Profil: Öffnungszeiten, Telefonnummer, Speisekarte
  • Unbeantwortete Kommentare und Nachrichten
  • Gäste ohne Einwilligung erkennbar zeigen
  • Kein Link zu Website oder Reservierung im Profil

Häufige Fragen

Brauche ich als kleines Restaurant Social Media?

Nicht zwingend. Wichtiger sind ein aktuelles Google-Unternehmensprofil und eine Website mit Speisekarte und Kontakt. Social Media ergänzt das, wenn Sie die Zeit haben, regelmäßig etwas zu zeigen. Ein gepflegter Kanal ist besser als drei vernachlässigte.

Instagram oder Facebook – was ist besser?

Das hängt von Ihren Gästen ab. Instagram eignet sich für Bilder und Stimmung, Facebook oft für Stammgäste, ältere Gäste und Veranstaltungen. Starten Sie mit einem Kanal und beobachten Sie, was ankommt. Beiträge lassen sich in der Regel auf beiden Kanälen zugleich veröffentlichen.

Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Für den Start etwa ein bis zwei Stunden pro Woche: Fotos sammeln, ein bis zwei Beiträge vorbereiten, Kommentare beantworten. Mit festem Rhythmus und vorbereiteten Beiträgen geht es schneller.

Darf ich Gäste oder Mitarbeiter fotografieren und posten?

Nur mit Einwilligung, wenn die Personen erkennbar sind. Bei Mitarbeitern am besten schriftlich, bei Kindern fragen Sie die Eltern.

Lohnt sich bezahlte Werbung bei Instagram oder Facebook?

Sie kann sinnvoll sein, etwa für eine Eröffnung, Veranstaltungen oder Aktionen in Ihrer Umgebung. Zuerst sollten aber Profil, Website und Google-Eintrag stimmen. Setzen Sie ein kleines Budget, begrenzen Sie die Anzeige auf Ihre Region und prüfen Sie nach einigen Tagen, was sie gebracht hat.

Lassen Sie sich von uns beraten

Sie wissen nicht, welcher Kanal zu Ihrem Lokal passt oder wie Sie Social Media neben dem Tagesgeschäft schaffen? Erzählen Sie uns im kostenlosen Erstgespräch von Ihrem Lokal – wir sagen Ihnen ehrlich, was für Sie sinnvoll ist, und helfen Ihnen, das Problem zu lösen.

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